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Sommer in Belgrad

Sommer in Belgrad bedeutet:

  • Viele heiße Tage
  • Kiloweise frisches Obst…Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren, Aprikosen. Alles frisch vom Markt!
  • Üben, wie man Kirschkerne ausspuckt
  • Mücken
  • Flugzeuge, die Mückengift über der Stadt versprühen
  • Gigantische Wassermelonen, die an den großen Straßen direkt aus dem Lastwagen verkauft werden
  • Badesessions im Garten (Mira hat sich letzte Woche das erste Mal in den Pool getraut. Vorher wurden maximal die Zehen gebadet).
  • Sommergewitter
  • Lange Tage an der Ada
  • Fußball!!!
  • Drückende Nächte
  • In den Flußrestaurants draußen sitzen und lecker Fisch essen
  • Stromausfall
  • Jede Menge Eis von „Moritz Eis“, der besten Eisdiele der Stadt

Krieg im Stadion: “Roter Stern” vs. “Partizan”

Über verschiedene Umwege ist Rüdiger an VIP-Karten für das Derby „Roter Stern“ gegen „Partizan“ gekommen. Einen Vorgeschmack auf die Stimmung im Stadion gab es, als wir zum Treffpunkt ca. 2 km vom Stadion entfernt fuhren. Vor den Botschaften im Viertel standen auf einmal schwer bewaffnete Polizisten und rund um den „Pink-Kreisel“, einer der Verkehrsknotenpunkte in Dedinje, fanden Polizeikontrollen statt. Wir sahen zu, wie die Polizei aus einem Kleinwagen vor uns 4 Baseballschläger konfiszierte. Die lagen nicht nur zu sportlichen Zwecken im Kofferraum.

Das Spiel war so lala, aber die Stimmung und die Choreografien waren toll, bis es irgendwann kippte. Im Stadion kam es zu bürgerkriegsähnlichen Szenen, was bei dieser Partie wohl üblich ist. Die zahlreichen Bengalos vernebelten teilweise das komplette Stadion und in der zweiten Halbzeit zündeten Hooligans einen Teil der Tribüne an. Die Polizei musste nicht nur die total verfeindeten Fans von „Partizan“ und „Roter Stern“ voreinander schützen, sondern auch einige Fangruppen des gleichen Vereins voneinander trennen. Eine serbische Freundin hat mir erklärt, dass es dabei vor allem um Machtkämpfe rivalisierender Mafiagruppen geht.

Dieses Spiel war auf jeden Fall eine Erfahrung!

Belgrader Geschichten

Ich musste heute Morgen ein paar Dinge erledigen und stand auf dem Rückweg im Stau vor dem großen  „Kreisel des Todes“ (hier will morgens gefühlt ganz Belgrad durch). Da fiel mir ein alter Mann mit Stock am Straßenrand auf, der auf eine Lücke im Verkehr wartete. Ich winkte ihn rüber und er ging….langsam…..sehr langsam…..

Er sah mich etwas verlegen an und ich grinste ihm zu. Er sah mich nochmal an, lächelte langsam und ich streckte meinen Daumen hoch. Laaaangsam ging er an meinem Auto vorbei und zu meiner Überraschung um das Auto herum zur Fahrertür. Er griff in seine Brusttasche und reichte mir eine Tafel Schokolade durch das Fenster: Milka Traube Nuss. Genau die Sorte, von der ich gestern Abend das letzte Stückchen gegessen hatte.

Sonntagsspaziergang

 

 

Viele Belgrader sagen, dass ihnen der Frühling viel lieber als der Sommer ist. Der Sommer ist kurz und warm, der Sommer lang und heiß. Diese Bilder sind Ende März entstanden. Rüdigers Mutter war zu Besuch und wir haben einen tollen Kleinkinderspielplatz in Senjak, dem „anderen“ Nobelstadtteil von Belgrad ausgekundschaftet. Der Spielplatz ist direkt gegenüber von der deutschen Schule und um die Ecke ist der Haidpark, in dem man schön laufen kann:Oma und MiraMira Family

Wir strecken die Fühler aus: der erste Ausflug in die Belgrader City

Bei meinem ersten und bishher einzigen Besuch in Belgrad hat es in Strömen geregnet, deshalb war ich gespannt auf unseren ersten Besuch in der Innenstadt.

 

Wir sind die Knez Mihailova (die Haupteinkaufsmeile) bis zum Kalemegdan (die große Festung) hochgemummelt. Der erste Eindruck? Hier ist ja niemand! Anscheinend krabbeln die Belgrader erst gegen 11/12 Uhr aus den Federn. Vorher ist in der Fussgängerzone jedenfalls nichts los und viele Geschäfte haben auch noch zu.

Der zweite Eindruck: das ist hier ein Shoppingparadies. Also liebe zukünftigen Besucher: fangt bitte schonmal an zu sparen! Belgrad ist eine Weltstadt und wer als internationale Marke etwas auf sich hält, ist in der Innenstadt (oder einer der großen Malls in der Stadt) vertreten.  

Im Hintergrund seht ihr die neue Brücke...

 

Wir haben den Tag bei frühlingshaften Temperaturen (für die Formulierung gibts nen Euro ins Phrasenschwein, aber wie soll ich 15 Grad im Januar sonst beschreiben) erstmal mit einem Kaffee begonnen und sind dann langsam durch die Fußgängerzone zu dem neuen Spielplatz unterhalb der Festung gebummelt.  Der Spielplatz hat definitv das Zeug zum Stammspielplatz: neue  Spielgeräte, genug Bänke, schattenspendende Bäume, Parkplätze um die Ecke und einige Coffee to go Läden in unmittelbarer Nähe ;-)

Statt Brezen snacken die Belgrader Popcorn. Hier gibt es gefühlt an jeder Ecke einen Stand, an dem man gesalzenes Popcorn kaufen kann….gerne auch  rot, gelb, grün oder gelb eingefärbt. Ich LIEBE gesalzenes Popcorn und Mira spielt gerne mit Popcorn Hänsel & Gretel. Also eine win-win Situateion!

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Auf dem Rückweg füllte sich die Fussgängerzone langsam mit Leben: überall machten kleine Stände mit Kunsthandwerk auf, an der Seite verkauften einige Frauen  selbstgehäkelte Spitzendeckchen und selbstgestrickte Handschuhe, in einer Seitenstraße öffnete  ein  Bücherflohmarkt und überall standen auf einmal Straßenmusiker, Clowns oder Puppenspieler.

Es gibt viel zu entdecken, ich freue mich schon jetzt auf unseren nächsten Ausflug!