Alle Artikel von Anne H

Besuch aus Offenburg

Wir hatten zum ersten Mal Besuch aus Offenburg! Vielen lieben Dank für die tollen Tage, Franka, Steffi und Guido! Natürlich waren wir gespannt, wie Mira auf ihre Kindergartenfreundin reagieren würde. Kennen sich die beiden überhaupt noch? Und wie geht Mira mit einem „Eindringling“ in ihr Reich um.

Die Überlegungen hätten wir uns sparen können: Mira und Franka waren 5 Tage lang ein Herz und eine Seele. Und wir Großen übrigens auch!

Ihr Lieben, wir freuen uns schon auf euren nächsten Besuch!

Krieg im Stadion: “Roter Stern” vs. “Partizan”

Über verschiedene Umwege ist Rüdiger an VIP-Karten für das Derby „Roter Stern“ gegen „Partizan“ gekommen. Einen Vorgeschmack auf die Stimmung im Stadion gab es, als wir zum Treffpunkt ca. 2 km vom Stadion entfernt fuhren. Vor den Botschaften im Viertel standen auf einmal schwer bewaffnete Polizisten und rund um den „Pink-Kreisel“, einer der Verkehrsknotenpunkte in Dedinje, fanden Polizeikontrollen statt. Wir sahen zu, wie die Polizei aus einem Kleinwagen vor uns 4 Baseballschläger konfiszierte. Die lagen nicht nur zu sportlichen Zwecken im Kofferraum.

Das Spiel war so lala, aber die Stimmung und die Choreografien waren toll, bis es irgendwann kippte. Im Stadion kam es zu bürgerkriegsähnlichen Szenen, was bei dieser Partie wohl üblich ist. Die zahlreichen Bengalos vernebelten teilweise das komplette Stadion und in der zweiten Halbzeit zündeten Hooligans einen Teil der Tribüne an. Die Polizei musste nicht nur die total verfeindeten Fans von „Partizan“ und „Roter Stern“ voreinander schützen, sondern auch einige Fangruppen des gleichen Vereins voneinander trennen. Eine serbische Freundin hat mir erklärt, dass es dabei vor allem um Machtkämpfe rivalisierender Mafiagruppen geht.

Dieses Spiel war auf jeden Fall eine Erfahrung!

Belgrader Geschichten

Ich musste heute Morgen ein paar Dinge erledigen und stand auf dem Rückweg im Stau vor dem großen  „Kreisel des Todes“ (hier will morgens gefühlt ganz Belgrad durch). Da fiel mir ein alter Mann mit Stock am Straßenrand auf, der auf eine Lücke im Verkehr wartete. Ich winkte ihn rüber und er ging….langsam…..sehr langsam…..

Er sah mich etwas verlegen an und ich grinste ihm zu. Er sah mich nochmal an, lächelte langsam und ich streckte meinen Daumen hoch. Laaaangsam ging er an meinem Auto vorbei und zu meiner Überraschung um das Auto herum zur Fahrertür. Er griff in seine Brusttasche und reichte mir eine Tafel Schokolade durch das Fenster: Milka Traube Nuss. Genau die Sorte, von der ich gestern Abend das letzte Stückchen gegessen hatte.

Land unter in Serbien – Gerüchteküche

Uns geht es gut, aber die Gerüchteküche brodelt. Am Freitag kam es zu langen Schlangen vor den Supermärkten, weil angeblich das Leitungswasser in Belgrad verschmutzt sei. Die Nachricht wurde kurze Zeit später wieder zurück genommen – es ging nur um das Leitungswasser in den Flutgebieten – da gab es in Belgrad aber schon kein abgepacktes Wasser mehr zu kaufen. Heute habe ich gehört, man solle keine serbischen Erdbeeren essen, diese seien kontaminiert. Wieso und weshalb konnte mir aber niemand sagen. Und ob eine ordentliche Dusche mit Belgrader Leitungswasser das Problem behebt, wusste auch niemand.

Fazit: das Wasser für Clara wird erstmal abgekocht und Obst und Gemüse gründlich gewaschen.

Es ist wirkt bizar:r das Wetter ist wunderschön, die Sonne scheint, unser Alltag geht weiter wie immer. Und 70 km weiter kämpfen die Menschen ums Überleben. Die warmen Temperaturen verschärfen die Seuchengefahr. Außerdem drohen Mücken- und Rattenplagen. Inzwischen wird immer mehr Hilfe über die sozialen Netzwerke koordiniert. Meldungen wie diese treiben mir die Tränen in die Augen:

„ATTENTION!!!! NEED HELP!!!!! critical assistance is needed! PLEASE forward on to those who can provide water! hey man, sorry to bother you right now, but I kinda need your help. I’ve updated you about the floods in Smederevska Palanka, but now I need some serious help my friend. We ran out of drinking water a few days ago. The situation has reached the critical point… People are thirsty, and we have zero water to drink. I’m fine considering I’m in a non flooded village, but our wells are running dry making us unable to help. If you can help us, please do so. I know you’re a great man and a great friend, and right now, I need you again. and we’re also lacking on personal hygiene products”

Und immer wieder gibt es dazwischen Meldungen von Menschen, die Initiative zeigen:

“Hedonist Hostel can accommodate flood victims and foreign volunteers the next 10 days from tonight. Address Simina 7, Belgrade. Crveni Krst is located in the same street nearby so that’s convenient too. If you know anyone in need please let us know.”

Ich kann es nicht oft genug wiederholen: bitte spendet!

Ich habe heute zwei große Säcke mit Kinderkleidern abgegeben und werde in den nächsten Tagen Wasser und Hygieneartikel bei den Auffanglagern vorbei bringen. Aber gerade die Menschen, die alles verloren haben benötigen in den nächsten Monaten dringend finanzielle Hilfe!

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen:

Spenden-Stichwort: Balkan-Hilfe
Spendenkonto: 10 20 30
Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30
(Festnetz kostenfrei, mobil höher)
Sicher online spenden: zum Spendenformular (Spenden per Lastschrift, Kreditkarte, per PayPal)

Land unter in Serbien – wir brauchen eure Hilfe!

 

Menschen, die von Dächern auf sich aufmerksam machen, Tierkadaver, Kleinkindern in Schlauchbooten, eingestürzte Häuser und immer wieder Wasser, Wasser, Wasser! Im serbischen Fernsehen sind auf allen Kanälen die gleichen Bilder zu sehen:  Serbien im Griff der Jahrhundertflut.

Die Bilder erinnern stark an die Oderflut von 2012. Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied: diese Katastrophe trifft eines der ärmsten Ländern Europas. Ein Land, in dem die Menschen im Durchschnitt 360 Euro im Monat verdienen, der Liter Milch aber trotzdem 60 Cent kostet.

Rund 25.000 Menschen wurden in Serbien in den vergangen Tagen evakuiert. Für andere kam diese Hilfe zu spät: sie sind seit sechs Tagen von der Außenwelt abgeschnitten und warten auf Lebensmittel und sauberes Wasser. In ganz Serbien kommt es immer wieder zu Stromausfällen: in der besonders betroffenen Region Obrenovac südlich von Belgrad steht das größte Kohlekraftwerk Serbiens.

Die Solidarität der Menschen ist bewundernswert: wer kann füllt Sandsäcke oder fährt zum Schlammschippen in die Gebiete, in den das Wasser langsam zurückgeht. Tausende von Freiwilligen kümmern sich in den Auffanglagern in Belgrad um die Obdachlosen aus dem Flutgebiet oder sortieren Kleider- und Nahrungsspenden, die abgegeben werden. Andere folgenden dem Aufruf des Roten Kreuz und gehen Blutspenden-,.

Nach den heftigen Regenfällen der vergangenen Tage scheint in Serbien wieder die Sonne, die Temperaturen sind sommerlich. Trotzdem ist ein Ende der Katastrophe im Moment nicht absehbar: die Flut hat tausende von Menschen obdachlos gemacht und ihnen jede berufliche Grundlage genommen. In den ländlichen Regionen sind die Viehherden ertrunken und die Felder vernichtet, die Fabriken sind abgesoffen und Läden nicht mehr nutzbar. Seuchen drohen auszubrechen und welche Gefahr von angeschwemmten Minen und Munition aus den Balkankriegen ausgeht, ist noch nicht abzusehen.

Ohne Hilfe von außen hat Serbien keine Chance – bitte helft!

  • Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen:

Spenden-Stichwort: Balkan-Hilfe
Spendenkonto: 10 20 30
Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30
(Festnetz kostenfrei, mobil höher)
Sicher online spenden: zum Spendenformular (Spenden per Lastschrift, Kreditkarte, per PayPal).

 

Ostermontag@Ada

Ostermontag an der Ada. Wir waren erst im „Sunset“ frühstücken (wird im Sommer definitiv mein Zweitwohnsitz werden), und sind dann eine Runde spazieren gegangen. Weil Mira spontan ihren Mittagsschlaf in den Buggy verlegt hat, haben wir die kompletten 8 km rund um den Belgrader Stadtstrand geschafft. War super, und die Blasen werden mich noch eine Weile an diesen Ausflug erinnern. Remember: nie neue Schuhe zum Spazieren gehen tragen, auch wenn sie noch so schön aussehen!!!

Ostereier und Lamm vom Grill

Was soll ich sagen, Ostern war einfach toll! Weil sich nach dem Dauerregen der letzten Wochen  endlich mal die Sonne blicken ließ, weil wir Besuch aus Deutschland hatten und weil wir mit unseren Nachbarn ein großes Fest feiern durften.

Die Einkaufsliste für den Osterbrunch war eigentlich schon geschrieben, als unser Nachbar Dimitri am Freitagmittag in der Tür stand.

„Unsere Verwandten aus Griechenland sind zu Besuch und ich grille am Sonntag mit meinem Schwiegervater ein Lamm. Ihr seid herzlich eingeladen. Gegessen wird dann bei Mila und Zele (unsere Vermieter).“

„Tja…wir haben aber Besuch aus Deutschland….“

„Ach, nur drei Personen? Bringt sie einfach mit“.

Und so viel unser Osterbruch wesentlich kleiner aus als geplant, denn ab 9 Uhr brutzelte ein ganzes Lamm am Spieß vor dem Haus.

Zwischendrin durfte Mira noch Eier suchen…

Und dann wurde an zwei langen Tafeln aufgetragen:

Serbischer Schinken, Kaymak, der serbische Frischkäse, Maisbrot, russischer Salat, Pita gefüllt mit Bärlauch, Mangold und Spinat, jede Menge Radiesschen und Lauchzwiebeln, frischgebackenes Brot, Schafskäse, Zazicki, rote Beete Salat und und und…

Und dazu noch jede Menge Sljivovica und Wein….

Nicht nur das Essen war toll, sondern auch dieses Gemeinschaftsgefühl. Drei Familien und jede Menge Gäste, die sich vorher noch nie gesehen hatten, verbrachten einen entspannten und lustigen Tag miteinander. In Sachen Spontanität und Gastfreundschaft haben die Serben schon ein besonders großes Herz.

Nächstes Jahr gerne wieder!

Lustigster Moment des Wochenendes: Als sich der griechische Opa am Freitagabend in der Tür irrte und auf einmal mitten in unserem Wohnzimmer stand.

Größter Ups-Moment: Meine Karotten-Walnuss-Cupcakes mit Frischkäse-Buttercreme kamen ganz gut an und ich wurde sogar nach dem Rezept gefragt (hier ist es, Anna). Und das, obwohl ich am nächsten Tag feststellte, das ich Frischkäse mit Schinkengeschmack verwendet hatte.

Babyplaygroup Familyedition

Jeden Freitag trifft sich die international Babyplaygroup. Wir sind meistens 2-5 Mütter mit Babys und treffen uns abwechselnd bei jemandem Zuhause. Im Moment kommen wir aus Deutschland, Spanien, Niederlande, England, Österreich und Serbien. Weil Karfreitag auch in Serbien Feiertag ist, haben wir kurzfristig eine Family-Edition der Babyplaygroup bei uns Zuhause gemacht. Geschwister und Papas waren diesmal auch herzlich eingeladen. Hat echt Spaß gemacht. Ich hoffe, wir machen das zukünftig noch öfters: